Die erste ArcTrain-Tagung der zweiten Kohorte – Eine “Arktische” Tagung


Unsere Tagungsgruppe von ArcTrain-Doktorand*innen, Betreuer*innen und Seminarleitern.

Bereits zwei Wochen nach unserem erfolgreichen Kick-off Meeting machten wir uns auf den Weg in den Harz zu unserer ersten Tagung. “Wir”, das sind die 12 neuen ArcTrain – Doktorand*innen, vier dem Programm angegliederte Doktorand*innen und zwei ArcTrain – Doktorand*innen aus Kanada. Von solchen Tagungen wird es in den nächsten drei Jahren mindestens drei geben und was wäre ein besserer Einstieg für arktische Doktorand*innen als eine „arktische“ Tagung. Tatsächlich fanden wir uns ab 500 m NN plötzlich in einer schneebedeckten Landschaft wieder. Der Schnee hatte bereits einige Zeit überdauert und daher ein wenig die Beschaffenheit von Eis, was das Gefühl einer arktischen Tagung noch verstärkte. Nach unserer Ankunft und einem leckeren Mittagessen ging es direkt los mit einer allgemeinen Einführung zu ArcTrain und darüber, was in den folgenden drei Jahren alles auf uns zu kommen wird. Darauf folgte das erste Seminar: Good Scientific Practice, in dem wir lernten, was wissenschaftliches Fehlverhalten bedeutet, sowie weitere „Do’s“ und „Don’t‘ s“, die in der Wissenschaft zu beachten sind. Im Anschluss wurde dann fleißig darüber diskutiert, wie man Wissenschaftler*in wird und worin die Unterschiede zwischen guter, erfolgreicher und großartiger Wissenschaft bestehen. Am Abend gab es kein weiteres Seminar, dafür einen sogenannten Eisbrecher: wir spielten wir eine Runde „Werwölfe“ mit unseren Betreuer*innen, um uns näher kennen zu lernen. So wurde aus einer Ansammlung von Leuten im Nu eine Gruppe.

Nachdem wir nun gemeinsam die Nacht voller grausamer Geschöpfe (Werwölfe) überstanden hatten, ging der nächste Tag motiviert weiter mit Zeit- und Projektmanagement, einer der Grundlagen für jedes Projekt. Neben einer Vielzahl von methodischen Schritten der Projektplanung, bekamen wir auch die Chance, das soeben erlernte auf unsere eigenen Projekte anzuwenden. Abends war Zeit für Organisatorisches, wie die Wahl der PhD-Sprecher*innen und für einen Film, selbstverständlich eine klimarelevante Dokumentation (Before the Flood) mit hohem Potenzial für nachfolgende Diskussionen.

Glücklich oben auf dem Brocken angekommen, genossen wir eine wundervolle, sonnige Aussicht.

Unser Weg durch den magischen Winterwald bis zum Gipfel des Brocken.

Der dritte Tagungstag war für “Gruppenbildungsmaßnahmen” bestimmt und was läge da näher als eine Wanderung auf den Brocken? Daher haben wir auch genau das getan. Für beinahe arktische Temperaturen gerüstet und mit Karte, GPS und Erste-Hilfe-Set ausgestattet machten wir uns auf den Weg zum Gipfel des Brockens (1141 m NN). Unser Weg führte uns durch den Wald, entlang schneebedeckter, steiler Pfade. Wir begegneten kaum jemandem. Abgesehen von unserem eigenen munteren Geschnatter hörten wir lediglich die Geräusche des Waldes. Von Zeit zu Zeit konnten wir die historische Brockenbahn hören. Als das Geräusch näher zu kommen schien, blieben wir stehen und wartete, bis der Zug an uns vorbei fuhr. Das zuvor gehörte Echo des Zuges hörte sich gewaltig an, wie es von den Bergen und im Wald widerhallte. Der Zug war dann doch langsamer und kleiner als wir ihn uns vorgestellt hatten, was ihm aber nichts von seiner magischen Erscheinung nahm, wie er so durch den eingeschneiten Wald zockelte. Mit jedem Meter, dem wir dem Gipfel näher kamen, wurde der Himmel blauer.

Manchmal ist auf dem Hintern rutschen doch der einfachste Weg den Berg hinunter.

Auf dem letzten Teilabschnitt kam die Sonne endgültig heraus und motivierte uns umso mehr in unserem Bestreben, den Gipfel zu erreichen.

Nach ungefähr 2,5 Stunden kamen wir oben auf dem Brocken an, wo wir mit einem wunderschönen und sonnigen Ausblick belohnt wurden. Nach einer Stärkung in Form von Mittagessen und heißer Schokolade traten wir unseren Rückweg an, der uns um einiges kürzer vorkam als der Aufstieg. Das lag wohl daran, dass der Schnee teilweise bereits gefroren war und damit recht glatt und einige von uns daher einen Großteil des Berges auf dem Hintern runterrutschten anstatt zu laufen.

Nach einer fast sechsstündigen Wanderung kamen wir sicher wieder auf dem Parkplatz an, auf dem wir am Vormittag unsere Autos geparkt hatten, und traten unseren Rückweg nach Bremen und Bremerhaven an.

Alles in allem bildeten die letzten drei Tage eine sehr gute Grundlage für die nächsten drei Jahre, die wir gemeinsam verbringen werden. Wir entwickelten eine sehr gute Gruppendynamik und -verbundenheit nach unserem ersten gemeinsamen Abenteuer. Außerdem lernten wir, wie wir unsere PhD-Projekte planen und strukturieren können und was es alles zu beachten gibt, um diese drei Jahre gemeinsam als gute, erfolgreiche und großartige Wissenschaftler*innen abzuschließen.

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